Marek
Veröffentlicht von Marek
Taste-Festival-Berlin: Kann Essen Kunst sein?

Esskultur ist immer auch eine Inszenierung. Anfang Juni fand im Direktorenhaus in Berlin erstmalig das Taste-Festival statt. Das zehntägige Festival versucht, Geschmack im Sinne von Essen und Geschmack im Sinne von Stil, Design und Kunst zusammenzubringen. Mehr als vierzig Künstler oder Designer zeigten ihre Arbeiten rund um das Thema Geschmack, Ernährung und Esskultur.

Taste-Festival 2012, Berlin

Ein Höhepunkt des Festivals war die Performance "Guerilla Restaurant" der japanischen Künstlerin Ayako Suwa. In ihrer eindrucksvollen Performance wurden den Testessern materiell gewordene Emotionen zum Probieren gereicht. "Überraschung" nennt Suwa eine mit Schokolade verzierte essbare Blüte. "Abscheulichkeit" heißt eine zähflüssige braune Masse, die in Gläsern serviert wird und auch "heftiges Verlangen" und "unkontrollierte Eiversucht" werden den Teilnehmern in der Performance aufgetischt. Nicht alle Gänge verzücken die Anwesenden, doch die Kunst von Ayako Suwa will nicht gefallen, sondern zielt auf die reine Emotion. Bei der Performance werden dabei das Schmecken, Riechen, Sehen, Hören und Fühlen angesprochen.

  

Beim Taste-Festival wurden Grenzen aufgehoben: Essen konnte nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Kunst oder ästhetisches Vergnügen wahrgenommen werden.

Read more about this

Kommentare